film:art

film:art ist ein Veranstaltungslabel, unter dem Programme mit "künstlerischen" Filmen, der Filmavantgarde, Experimentalfilmen und Medienkunst aufgeführt und von der Kuratorin Christine Rüffert vorgestellt werden. Die Praxis des Kuratierens wird verstanden als ein filmkultureller Vermittlungsakt und theoretisch reflektiert.


Das Programm besteht seit 1992 und findet in unterschiedlichen Turni von etwa acht Wochen statt. Darüber hinaus ergänzt film:art stets auch laufende Ausstellungen und kulturelle Events im Bremer Stadtraum um eine filmische Komponente. Vorführungsort ist das Kommunalkino Bremen/ CITY 46. Aufgelistet werden hier die Programme ab 2011, beginnend mit Programm 50.

Nachsommer | Klaus Telscher

Filme für den Eimer – Klaus Telscher und die "Bremer Schule"

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Mit Buchpräsentation / zu Gast: Autor Tobias Dietrich.

Klaus Telscher war einer der prägenden Experimentalfilmemacher der 1980er/ 1990er Jahre in Deutschland. In ihrer Handwerklichkeit knüpfen seine Filme an strukturelle Arbeiten an, gehen aber in ihren inhaltlichen Bezügen darüber hinaus und und werfen einen ironischen und kompromisslosen Blick auf Themen wie Männlichkeit und Deutschtum, Populärkultur und Erinnerung. Mit Studierenden seiner Bremer Filmklasse entwickelte Telscher eine Prägung des Experimentellen Films, die in der Szene bald mit dem Begriff „Bremer Schule“ gelabelt wurde.
Tobias Dietrich hat umfangreiche Studien zu einzelnen Filmen erstellt, die jetzt in Form eines Buches vorliegen, das an diesem Abend präsentiert wird. Gezeigt werden neben Telschers Filmen auch solche aus der Bremer Filmklasse der Zeit. Im Vordergrund der gezeigten Filme stehen Sinnlichkeit, Erotik und Sexualität. Im Gespräch mit Christine Rüffert wird der Buchautor Telschers Werk und seine spezifische Ästhetik veranschaulichen.

Mi. 24.01.2018, 20:30 Uhr im CITY 46, kuratiert und eingeführt von Christine Rüffert | Universität Bremen.

Die Filme:

   | NachsommerKlaus Telscher | BRD 1987 | s/w, Ton | 30:00 min.
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Blues Transit | Barbara Thiel | BRD 1988 | 8:00 min.
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Between | Claudia Schillinger | BRD 1989 | 10:00 min.
   | Her Mona | Klaus Telscher | BRD 1992 | s/w, Ton | 7:00 min.

   | Nachsommer | Klaus Telscher | BRD 1987 | s/w, Ton | 30:00 min.
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Blues Transit | Barbara Thiel | BRD 1988 | 8:00 min.
   | Between | Claudia Schillinger | BRD 1989 | 10:00 min.
   | Her Mona | Klaus Tesclher | s/w, Ton | 7:00 min.

Klaus Telscher | BRD 1987 | s/w, Ton | 30:00 min.

Half Asleep | Nan Hoover

Schlaf

film:art 78

Der berühmteste Schläfer des Avantgardefilms ist wohl der Beat-Poet John Giorno, der in Andy Warhols »Sleep« (1964) stundenlang öffentlich schläft. Berüchtigt ist der Film wegen seiner Länge und Handlungsarmut. Die Zeitbasiertheit von Film privilegiert ihn gegenüber der Fixiertheit von Photo, Zeichnung und Gemälde als Erzählmedium. Aber was wollen uns Filme über das Schlafen erzählen und wie tun sie dies? Im Anschluss an einführende Gedanken zur Darstellung von Schlaf in Film/Video werden einige ausgewählte Beispiele ästhetisch interessanter Schlafstudien gezeigt.

Mi. 25.10.2017, 20:30 Uhr im CITY 46, kuratiert und eingeführt von Christine Rüffert | Universität Bremen. Anlässlich der Ausstellung »Schlaf. Eine produktive Zeitverschwendung« im Paula Modersohn-Becker-Museum Bremen.

Die Filme:

   | Fall in Frame | Sarah Pucill | UK 2009 | 18:00 min.
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Fades and Close-Ups | Robert Huot | USA 1978 | 8:00 min.
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Sommeil/Sleep | Lamia Joreige | LIBN 2004 | 7:00 min.
   | Half Sleep | Nan Hoover | NL 1984 | 11:30 min.
   | Adrift | Julika Rudelius | 5:30 min.
   | Sleep | Catherine Elwes | UK 1984 | 8:00 min.
   | Asleep | Stephen Dwoskin | USA 1961 | B&W, Opt. | 4:00 min.

The Illinois Parables | Deborah Stratman

Local Knowledge - Ortskenntnis

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Ortskenntnis suggeriert eine intime Vertrautheit mit lokalen Gegebenheiten. Der Programmtitel verknüpft zwei Filme, die Ortskenntnisse völlig verschiedener Art vermitteln. Der experimentelle Essay The Illinois Parables entfaltet einen Fächer historischer Anekdoten aus dem US-amerikanischen Bundesstaat Illinois zu einem Panoptikum von Unterdrückung und Freiheit. Die Polardokumentation The Interior erkundet eine entlegene Schlittenhundestation in Alaska in einer ästhetischen, sensuellen Studie.

So. 7.5.2017, 11:30 Uhr im CITY 46, kuratiert und eingeführt von Christine Rüffert | Universität Bremen. Anlässlich des 22. Internationalen Bremer Symposiums zum Film zum Thema "Film als Forschungsmethode".

Die Filme:

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The Illinois Parables | Deborah Stratman | USA 2016 | 60:00 min.
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The Interior | Jonathan Rattner | USA 2015 | 24:00 min.

frühere film:art-Veranstaltungen