Foto: Steven Keller

Film als Forschungsmethode

22. Internationales Bremer Symposium zum Film

Die Idee, den Film als Medium der Forschung zu nutzen, ist so alt wie der Film selbst. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts zeichneten wissenschaftliche Filme Dinge, Pflanzen, Tiere und Menschen auf. Mit Rückgriff auf den Avantgardefilm, der das Medium Film selbstreflexiv erforscht, wurden in jüngster Zeit Forschungsansätze entwickelt, die sich im Grenzbereich von Wissenschaft und Kunst bewegen. Diese erreichen auf Festivals und im Kunstkontext ein großes Publikum.

Siegfried Kracauer (1969) hat insbesondere die Geschichtsschreibung und parallel dazu den Film in diesem Grenzbereich zwischen Kunst und Wissenschaft verortet und dabei sowohl den Zusammenhang von Ästhetik und Wissenschaftsproduktion herausgestellt als auch die Medialität von Geschichte betont. Filmemacher*innen haben wiederum in Kooperation mit Historiker*innen Formen filmischer Geschichtsschreibung erprobt.

In der Filmwissenschaft hat sich das Genre „Video-Essay“ als kleine Form etabliert, die die klassisch schreibende Tätigkeit audiovisuell erweitert und an Formen des Essayfilms anknüpft. Diese und ähnliche Ansätze zielen auf eine Ästhetisierung von Wissenschaft, auf eine Kritik wissenschaftlich-medialer Beobachtung und auf eine Diversifizierung von textbasierter Erkenntnisproduktion.

Das 22. Internationale Bremer Symposium zum Film lädt zum interdisziplinären Austausch über historische und aktuelle Ansätze von Film als Forschungsmethode ein und gemeinsam auszuloten, wie mit Film forschend gearbeitet werden kann. Die Konferenz setzt sich aus Vorträgen, Diskussionen, Filmvorführungen und Gesprächen zusammen und wird vom 3. – 7. Mai 2017 im CITY 46 / Kommunalkino Bremen stattfinden. Mit dieser Mischung aus Forschung und Filmkultur wendet sich die Konferenz sowohl an Fachbesucher*innen als auch an das Kinopublikum.

Flankiert werden die Vorträge, Gespräche und Diskussionen durch ein umfangreiches Filmprogramm, das ein Kaleidoskop an filmischen Forschungsansätzen aus aller Welt zeigt – vom Beginn der Filmgeschichte bis in die Gegenwart, in verschiedenen Formen, experimentell, dokumentarisch und fiktional.

Im Stummfilm Der Mann mit der Kamera (UdSSR 1929, mit Livemusik-Begleitung von Eunice Martins) untersucht der russische Filmemacher Dziga Vertov die Bewegungen einer Großstadt und ihres Alltags – vom Erwachen der ersten Bewohner über die Arbeit bis hin zu ihren Beschäftigungen nach Feierabend. In dem US-amerikanischen Spielfilm Dressed to Kill (USA 1980) vermisst das Sounddesign die akustische Atmosphäre eines Museumsraumes. Den harten Alltag von Hochseefischern vor der Küste Neu Englands porträtiert die Kamera der Anthropologen und Filmemacher Lucien Castaing-Taylor und Véréna Paravel im experimentellen Dokumentarfilm Leviathan (USA/F/GB 2012), während sich Der Perlmuttknopf (F/CHI/E 2015) mit den dunklen Kapiteln der Diktatur in Chile befasst.

Die wissenschaftlichen Schwerpunkte der Tagung werden von drei Hauptvorträgen und vier Foren gesetzt. In ihnen loten internationale Vertreter der Film- und Medienwissenschaft, aber auch der Philosophie, Geschichte und Ethnologie aus, wie mit Film forschend gearbeitet wird und wurde.

Zu den Referent*innen zählen:

   | die Historikerin Sylvie Lindeperg (Paris), die die Verbindung zwischen Kino, Erinnerung und Geschichte anhand von Memories of the Eichmann Trial (ISR 1979) erforscht

   | der visuelle Anthropologe Paolo Favero (Antwerpen), der zeitgenössische Entstehungsprozesse von Bildern in Indien untersucht, die einen Gegenentwurf zum Ansatz von Robert Gardners Film Forest of Bliss (USA 1986) bilden

   | die Filmwissenschaftlerin Catherine Russell (Montreal), die sich am Beispiel von Los Angeles Plays Itself (USA 2003) mit Fragen vom Film als Archiv auseinandersetzt.

Des Weiteren diskutieren Wissenschaftler*innen in vier Foren, welche Methoden zur Erforschung von Produktion, Geschichte, Orten und Naturwissenschaften Filme entwickeln können. Drei Wissenschaftler*innen stellen die im Kontext ihrer Forschung entstandenen Filme zur Diskussion. Der österreichische Filmemacher Michael Palm (Wien) präsentiert seinen neuen Film Cinema Futures (A 2016), der die Zukunft von Film und Kino im Zeitalter digitaler Techniken erkundet.

Das Internationale Bremer Symposium zum Film wird seit über 20 Jahren erfolgreich in Kooperation des CITY 46 / Kommunalkino Bremen e.V. und der Universität Bremen veranstaltet. Seit 2002 unterstützt die nordmedia – Film- und Mediengesellschaft Niedersachsen/Bremen mbH das Projekt.

Kontakt:
Rasmus Greiner
Universität Bremen 
rgreiner[at]uni-bremen.de

Louisa Manz
City 46 | Kommunalkino Bremen e.V.
manz[at]city46.de

Die Idee, den Film als Medium der Forschung zu nutzen, ist so alt wie der Film selbst. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts zeichneten wissenschaftliche Filme Dinge, Pflanzen, Tiere und Menschen auf. Mit Rückgriff auf den Avantgardefilm, der das Medium Film selbstreflexiv erforscht, wurden in jüngster Zeit Forschungsansätze entwickelt, die sich im Grenzbereich von Wissenschaft und Kunst bewegen. Diese erreichen auf Festivals und im Kunstkontext ein großes Publikum.

Siegfried Kracauer (1969) hat insbesondere die Geschichtsschreibung und parallel dazu den Film in diesem Grenzbereich zwischen Kunst und Wissenschaft verortet und dabei sowohl den Zusammenhang von Ästhetik und Wissenschaftsproduktion herausgestellt als auch die Medialität von Geschichte betont. Filmemacher*innen haben wiederum in Kooperation mit Historiker*innen Formen filmischer Geschichtsschreibung erprobt.

In der Filmwissenschaft hat sich das Genre „Video-Essay“ als kleine Form etabliert, die die klassisch schreibende Tätigkeit audiovisuell erweitert und an Formen des Essayfilms anknüpft. Diese und ähnliche Ansätze zielen auf eine Ästhetisierung von Wissenschaft, auf eine Kritik wissenschaftlich-medialer Beobachtung und auf eine Diversifizierung von textbasierter Erkenntnisproduktion.

Das 22. Internationale Bremer Symposium zum Filmdt zum interdisziplinären Austausch über historische und aktuelle Ansätze von Film als Forschungsmethode ein und gemeinsam auszuloten, wie mit Film forschend gearbeitet werden kann. Die Konferenz setzt sich aus Vorträgen, Diskussionen, Filmvorführungen und Gesprächen zusammen und wird vom 3. – 7. Mai 2017 im CITY 46 / Kommunalkino Bremen stattfinden. Mit dieser Mischung aus Forschung und Filmkultur wendet sich die Konferenz sowohl an Fachbesucher*innen als auch an das Kinopublikum.

Flankiert werden die Vorträge, Gespräche und Diskussionen durch ein umfangreiches Filmprogramm, das ein Kaleidoskop an filmischen Forschungsansätzen aus aller Welt zeigt – vom Beginn der Filmgeschichte bis in die Gegenwart, in verschiedenen Formen, experimentell, dokumentarisch und fiktional.

Im Stummfilm Der Mann mit der Kamera (UdSSR 1929, mit Livemusik-Begleitung von Eunice Martins) untersucht der russische Filmemacher Dziga Vertov die Bewegungen einer Großstadt und ihres Alltags – vom Erwachen der ersten Bewohner über die Arbeit bis hin zu ihren Beschäftigungen nach Feierabend. In dem US-amerikanischen Spielfilm Dressed to Kill (USA 1980) vermisst das Sounddesign die akustische Atmosphäre eines Museumsraumes. Den harten Alltag von Hochseefischern vor der Küste Neu Englands porträtiert die Kamera der Anthropologen und Filmemacher Lucien Castaing-Taylor und Véréna Paravel im experimentellen Dokumentarfilm Leviathan (USA/F/GB 2012), während sich Der Perlmuttknopf (F/CHI/E 2015) mit den dunklen Kapiteln der Diktatur in Chile befasst.

Die wissenschaftlichen Schwerpunkte der Tagung werden von drei Hauptvorträgen und vier Foren gesetzt. In ihnen loten internationale Vertreter der Film- und Medienwissenschaft, aber auch der Philosophie, Geschichte und Ethnologie aus, wie mit Film forschend gearbeitet wird und wurde.

Zu den Referent*innen zählen:

  • die Historikerin Sylvie Lindeperg (Paris), die die Verbindung zwischen Kino, Erinnerung und Geschichte anhand von Memories of the Eichmann Trial (ISR 1979) erforscht

  • der visuelle Anthropologe Paolo Favero (Antwerpen), der zeitgenössische Entstehungsprozesse von Bildern in Indien untersucht, die einen Gegenentwurf zum Ansatz von Robert Gardners Film Forest of Bliss (USA 1986) bilden

  • die Filmwissenschaftlerin Catherine Russell (Montreal), die sich am Beispiel von Los Angeles Plays Itself (USA 2003) mit Fragen vom Film als Archiv auseinandersetzt

Des Weiteren diskutieren Wissenschaftler*innen in vier Foren, welche Methoden zur Erforschung von Produktion, Geschichte, Orten und Naturwissenschaften Filme entwickeln können. Drei Wissenschaftler*innen stellen die im Kontext ihrer Forschung entstandenen Filme zur Diskussion. Der österreichische Filmemacher Michael Palm (Wien) präsentiert seinen neuen Film Cinema Futures (A 2016), der die Zukunft von Film und Kino im Zeitalter digitaler Techniken erkundet.

Das Internationale Bremer Symposium zum Film wird seit über 20 Jahren erfolgreich in Kooperation des CITY 46 / Kommunalkino Bremen e.V. und der Universität Bremen veranstaltet. Seit 2002 unterstützt die nordmedia – Film- und Mediengesellschaft Niedersachsen/Bremen mbH das Projekt.

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Foto: Klaas Dierks

Timetable

Mittwoch, 03.05.2017

9:15 - 17:30 Uhr: Workshop im Teerhof

   |  Interactive documentary as research method
       * in englischer Sprache

19:30 Uhr: Begrüßung und Vortrag 1

   |  Experiencing, Exploring and Explaining the World through the Image
       Reflections on Ethnography, Documentary Praxtices and Emerging Technologies
       Paolo Favero (Antwerpen) * in englischer Sprache

20:30 Uhr: Film

   |  Forest of Bliss
       USA 1986, R: Robert Gardner, 90 Min, OF. *Film zum Vortrag 1

Donnerstag, 04.05.2017

9:30 Uhr: Forum 1: Produktion *in deutscher Sprache

   |  9:30 Uhr: Filmische Produktionsforschung
       Dennis Göttel (Lüneburg)
   |  10:15 Uhr: Die Kamera als Werkzeug
       Rosa John (Wien)
   |  11:10 Uhr: Zwischen Wissenschaft und Spielfilm
       Theorie und Methodologie des wissenschaftlichen Films in Deutschland (1950er - 70er Jahre)
       Eva Knopf (Hamburg)
   |  11:55 Uhr: Fundstücke aus der Tiefe
       Filmische Tauchgänge zwischen Naturwissenschaften und Geschichte
       Natalie Lettenewitsch (Paderborn)

       Abstracts (PDF)

14:00 Uhr: Film

   |  Los Angeles Plays Itself
       USA 2003, R: Thom Anderson, 169 Min. *Film zum Vortrag 2

17:15 Uhr: Vortrag 2

   | Archiveology: Walter Benjamin and Archival Film Practices
       Catherine Russell (Montreal) *in englischer Sprache

20:00 Uhr: Präsentation und Film

   |  Am Siel
       BRD 1962, R: Peter Nestler, 13 Min, OmengU. *Film zu Forum 3

   |  Leviathan
       USA/F/GB 2012, R: L. Castaing-Taylor / V. Paravel, 87 Min, OF. *mit Präsentation von Ramón Reichert (Wien)

       Abstracts (PDF)

Freitag, 05.05.2017

9:30 Uhr: Forum 2: Geschichte *in deutscher Sprache

   |  9:30 Uhr: Produktion und Aneignung von Interviews mit Zeitzeugen
       in Lanzmanns "Shoah" und Fechners "Prozess"
       Sven Kramer (Lüneburg)
   |  10:15 Uhr: Epistemologische Relevanz dokumentarischer Praktiken
       Thomas Weber (Hamburg)
   |  11:10 Uhr: Unanschaulichkeit, Historiografie als Montage
       Vrääth Öhner (Wien)

       Abstracts (PDF)

14:00 Uhr: Film

   |  El botón de nácar - Der perlmuttknopf
       F, CHI, E 2015, R: Patricio Guzmán, 82 Min. *Film zu Forum 1

15:45 Uhr: Film

   |  Memories of the Eichmann Trial
       ISR 1979/2011, R: David Perlov, 65 Min. *Film zum Vortrag 3

17:00 Uhr: Grußwort Nordmedia und Vortrag 3

   |  The Two Stages of the Eichmann Trial
       Sylvie Lindeperg (Paris) *in englischer Sprache

20:30 Uhr: Film

   |  Der Mann mit der Kamera
       UdSSR 1929, R: Dziga Vertov, 80 Min, 35mm.
       *mit Livemusik-Begleitung von Eunice Martins (Berlin), Film zu Forum 1 und 2

Samstag, 06.05.2017

9:30 Uhr: Forum 3: Orte *in deutscher Sprache

   |  9:30 Uhr: Raumforschung
       Zur räumlichen Sprache des Films am Beispiel des Museumsraums
       Alejandro Bachmann (Wien)
   |  10:15 Uhr: Der Film als Ort einer sinnlichen Philosophie?
       Über den Film als Aushandelungspraxis von Bedeutung zwischen Wirklichkeit und Phantasmatik
       Philipp Blum (Stuttgart)
   |  11:10 Uhr: Selbstanzeige konkreten Daseins
       Zu einer Möglichkeit filmischer Forschung
       Marc Ries (Offenbach)
   |  11:55 Uhr: Überprüfen, beweisen
       Film als Expedition
       Lena Stölzl (Wien)

       Abstracts (PDF)

14:00 Uhr: Projekte und Film *in englischer Sprache

   |  14:00 Uhr: Fallen Women
       GB 2016, R: Lily Ford (London), 15 Min. *Mit Präsentation und Diskussion

   |  15:00 Uhr: Promenade
       F 2016, R: Philip Cartelli (Paris), 31 Min. *Mit Präsentation und Diskussion

   |  16:00 Uhr: The Secret of Our Environment
       D 2013, R: Martin Gruber (Bremen), 34 Min. *Mit Präsentation und Diskussion

       Abstracts (PDF)

19:30 Uhr: Film mit Gast

   |  Cinema Futures
       A 2016, R: Michael Palm, 126 Min, OF. *Mit Diskussion mit dem Regisseur

22:30 Uhr: Film

   |  Dressed to Kill
       USA 1980, R: Brian De Palma, 105 Min, OmU. *Film zu Forum 3

Sonntag, 07.05.2016

10:00 Uhr: Forum 4: Naturwissenschaft *in deutscher Sprache

   |  10:00 Uhr: Re-edited medical films in Vienna
       Katrin Pilz (Wien)
   |  10:45 Uhr: Mikro-Zeitlupe, Narcotica, Strömungsbilder
       Praktiken der Sichtbarmachung im zoologischen Labot der 1920er Jahre
       Stefan Probst (Wien)

       Abstracts (PDF)

11:30 Uhr: Filmprogramm LOCAL KNOWLEDGE (ORTSKENNTNIS)

   |  The Illonois Parables
       USA 2016, R: Deborah Stratman, 60 Min.
       *Kuratiert und vorgestellt von Christine Rüffert (Universität Bremen)

   |  The Interior
       USA 2015, R: Jonathan Rattner, 24 Min.
       *Kuratiert und vorgestellt von Christine Rüffert (Universität Bremen)

Änderungen vorbehalten!

Vortrag 1

Mittwoch, 03.05.2017, 19:30 Uhr

Paolo Favero, Foto: Klaas Dierks

Experiencing, Exploring and Explaining the World through “New Images”

reflections on the politics of the dialogue between documentary practices and emerging technologies

From the invention of geometrical perspective onwards images have, in a Western context, been characterized by a specific politics and epistemological ambition. Solidified by the invention of the camera, “our” images have separated the observer from the observed, the mind from the body, allowing for what has been considered a “neutral” observation. “New images” (i.e. images produced with emerging digital visual technologies) are today posing a challenge to such conventions. Relational, material, haptic and immersive by nature, such images go hand in hand with new image-making practices characterized by non-linearity, interactivity, participativity and immersivity. The present paper explores this emerging terrain in the context of the documentary form. Moving back and forth in space time, hence comparing image-making practices that belong to different cultures and epochs, the paper will explore the key political and epistemological challenges of the documentary image in the contemporary digital habitats.

Paolo Favero is Associate Professor in Film Studies and Visual Culture at the University of Antwerp. A visual anthropologist with a PhD from Stockholm University, Paolo has devoted the core of his career to the study of visual culture in India. Presently he conducts research on image-making, politics and technology in contemporary India as well as on questions of ontology and methodology in the context of emerging digital visual practices and technologies at global level.

Experiencing, Exploring and Explaining the World through “New Images”

Vortrag 2

Donnerstag, 04.05.2017, 17:15 Uhr

Catherine Russell, Foto: Steven Keller

Archiveology

Walter Benjamin and Archival Film Practices

Archiveology is a critical language of images. It designates the potential of archival film practices to rethink historical knowledge. Walter Benjamin is frequently cited in discussions of found footage and media archives because his historiography is based on a non-linear conception of correspondences between past and future. The shock of the moment produced through montage is for Benjamin, a technique of awakening. Once fragments of fiction film become documents of fashion and architecture, and fragments of documentary become recognizable as performance, a dynamic new language of history emerges. Archiveology teaches us that history does not need to be written. It can also be constructed, cut and pasted together, as the archive lends itself to practices of searching and collecting, and the materialist historian is one who respects the piecemeal construction of historical experience. If history breaks down into images, archiveology is a means of engaging those images as pieces of collective memory from which new futures can be known.

Catherine Russell is Professor of Film Studies at Concordia University in Montreal, Canada. She is the author of four books, including Experimental Ethnography: The Work of Film in the Age of Video (Duke, 1999).

Vortrag 3

Freitag, 05.05.2017, 17:00 Uhr

Sylvie Lindeperg, Foto: Klaas Dierks

Judicial Truth and Cinematographic Truth

The filming of the Eichmann Trial

Based on the archives of the state of Israel and those of filmmaker Leo Hurwitz, Sylvie Lindeperg’s talk examines both the unprecedented decision to videotape the Eichmann trial in its entirety and the subsequent negotiations between broadcasting executive Milton Fruchtman, the Israeli government, and the judges in charge of the case. Her study of Hurwitz’s preparation for the trial sheds light on his intentions and his expectations. Her analysis of the recorded documents reveals the principal tropes in the scenario and underscores the disparity between the filmmaker’s preconceptions and the material reality of the event. In pursuing these lines of investigation, her talk explores the interaction between judicial ritual and TV drama as well as the unavoidable influence of the recording itself.

Sylvie Lindeperg is a historian and a member of the Institut Universitaire de France. She is professor at the University of Paris 1 Panthéon-Sorbonne. She is the author of several books, including: Les Ecrans de l’ombre ; Clio de 5 à 7 ; La Voie des images ; Nuit et Brouillard. Un film dans l’histoire.