Forschungsprojekte

Audiovisuelle Histosphären

Das Projekt erforscht den historischen Spielfilm als filmisch konstruiertes und modelliertes Raum-Zeit-Gefüge, in dem Filmbild und Filmsound Geschichte erfahrbar machen und reflektieren. Es ist somit auf dem Schnittpunkt von Filmwissenschaft und Geschichtswissenschaft angesiedelt.

Um das Zusammenwirken der verschiedenen Bedeutungsebenen der audiovisuellen Histosphäre modellhaft untersuchen zu können, werden filmwissenschaftliche Verfahren, die sich an der Narration, am Filmbild und am Filmton orientieren, integrativ miteinander verschränkt. Ebenso werden Theorien zu Geschichte und Film, sowie das Wechselverhältnis des Mediums zu Kultur und Gesellschaft in die Überlegungen einbezogen. Die Studie begreift Film folglich nicht nur als Repräsentationsform, sondern auch als Herstellung von ‚Realität‘, die sich insbesondere in der ästhetischen und narrativen Modellierung von historischen Welten und Vorgängen, sowie in der Bereitstellung von Geschichtsdeutungen äußert.

Der innovative Kern der audiovisuellen Histosphäre liegt in der integrativen Bearbeitung der bisher weitgehend monolithisch nebeneinander stehenden theoretischen Überlegungen zu Film und Geschichte, zur Spezifik des Films als Kombination von Bewegtbildern und Ton, zur Geschichtserfahrung und zur Rolle des Films als Medium der Geschichtsreflexion. Als Untersuchungsgegenstand dienen historische Spielfilme, die die Militärdiktatur in Argentinien thematisieren und einen entscheidenden Beitrag zur Aufarbeitung und Historisierung dieser Epoche leisten.

Das Projekt wurde im Rahmen der BMBF-Initiative „Kleine Fächer – Große Potentiale“ ausgezeichnet und wird für drei Jahre (September 2017 – August 2020) mit entsprechenden Drittmitteln gefördert.

Kontakt:
Dr. Rasmus Greiner
rgreiner[at]uni-bremen.de

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