Promotionen

Laufende Projekte

Florian Flömer

Masken, Geister, Sphären. Zur Konstruktion und Erscheinungsweise des Dritten in den Fotocollagen von John Stezaker (seit 2016)

Die Fotocollagen John Stezakers stellen sich im gegenwärtigen Kontext bildaneignender ästhetischer Strategien als in mehrfacher Hinsicht hybride dar. Einerseits auf elaborierte Verfahren der Collage im Surrealismus und Dadaismus rekurrierend, reflektieren Stezakers Bildarrangements Praktiken der konzeptuellen Fotografie der 60er und 70er Jahre und der amerikanischen Appropriation Art. Grundlegende Impulse bezieht das Werk Stezakers dabei aus dem intermedialen Zusammenspiel von Fotografie und Film, wie es in seinem bevorzugten Material, dem Filmstill, prägnant zum Ausdruck kommt. Das Filmstill als hochgradig prekäre Bildform erfährt in den Collagen Stezakers eine strukturelle Öffnung, die es aus seinen ursprünglichen Kontexten befreit und für neue Deutungsansätze fruchtbar macht. Vor allem auf den von Roland Barthes geprägten Begriff des Dritten Sinns (troisième sens) verweisend bemüht sich Stezaker um die Konstruktion ephemerer Instanzen und Figuren, die als Masken, Geister oder Mischwesen zwischen Mann und Frau (Drittes Geschlecht) in Erscheinung treten. Im besonderen Falle des Starporträts bieten die Collagen Stezakers fruchtbare Anschlüsse an gegenwärtig im kunst- und filmwissenschaftlichen Feld stark präsente Diskurse um Gesichtlichkeit (Visagéité nach Deleuze/Guattari) und Defacement an.

Darüberhinaus soll die Frage aufgeworfen werden, inwieweit das Dritte als ästhetischer Kategorie jenseits der bestehenden Deutungen in den Kultur- und Sozialwissenschaften denkbar ist und den Weg bereiten kann für eine Bildtheorie des Dritten.

Tobias Dietrich

Die ästhetische Dimension der Mental Illness (seit 2015)

Filme können das alltagsweltliche Bild psychischer Störungen (Mental Illness) eindrucksvoll prägen und komplexe Ausdrucksformen für die Darstellung psychischer Störungen entwickeln, die über die fachwissenschaftlichen Beschreibungen (etwa der ICD-10 oder DSM) hinausgehen. Zudem reflektieren sie wissenschaftliche Prägungen von psychischen Störungen und öffnen den Gesundheitswissenschaften neue, alltagsbasierende Erkenntnisse. Dennoch ist der Einfluss des Films auf Verständnis und Begriffsbestimmung psychischer Störungen bisher nicht filmwissenschaftlich bearbeitet worden. Ausgehend von dieser Forschungslücke arbeitet die Dissertation die spezifischen Leistungen des Films zur Vermittlung psychischer Störungen heraus und untersucht dazu ein ausgewähltes Korpus zeitgenössischer Autorenfilme kritisch auf die Formen hin, mit denen ein Wissen über psychische Störungen verhandelt und vermittelt wird.

Tobias Dietrich ist Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes.

Sabrina Werner

Das Hamburger Atelier G. Koppmann & Co. (1865-1915) – Fotografien zwischen Modernisierungslust und Denkmalschutz (seit 2014)

Von 1865 bis 1915  fotografierte das Atelier G. Koppmann & Co. im staatlichen Auftrag den städtebaulichen Wandel Hamburgs zwischen Freihafenbau, Abriss der Gängeviertel und technischer Modernisierung der Infrastruktur. Dabei entstand ein riesiges und einzigartiges Bildarchiv der Stadt, das in dieser Dissertation erstmals systematisch erfasst und ausgewertet sowie in kulturhistorischer Perspektive kontextualisiert werden soll.

Sabrina Werner ist Kultur- und Kunsthistorikerin und Kunst- und Kulturvermittlerin und arbeitet am Museum für Hamburgische Geschichte.

Jula Schürmann

Filmische Erfahrung zwischen Kino und Museum am Beispiel von John Smith

In den letzten Jahren ist eine zunehmende Präsenz von Film- und Videoarbeiten im Kunstkontext zu beobachten. Neben dem traditionellen Aufführungsort des Kinos werden filmische Arbeiten immer häufiger auch in Galerien und Museen präsentiert und erfahren somit eine sich steigernde Aufmerksamkeit im klassischen Kunstkontext. Der britische Filmemacher John Smith (*1952, London) zählt mit seinen vom strukturalistischen Film geprägten experimentellen Arbeiten derzeit zu einem wichtigen Vertreter in diesem Feld. Seine Filme durchbrechen die konventionalisierten Rituale und Gewohnheiten innerhalb der Institutionen Kino und Museum bzw. Galerie und entziehen sich so häufig einer eindeutigen Aufführungsform.

Ein zentrales filmisches Mittel bei Smith ist eine Form der Selbstreflexivität, wodurch er die ästhetische und mediale Dimension des Mediums Film kritisch untersucht. Durch vielfache selbstreflexive Verweise werden die zeitlichen und räumlichen Bedingungen von Film hinterfragt und innerhalb der eigenen Grenzen ausgestellt. So thematisiert Smith zum einen die konstruktive Beschaffenheit des Mediums Film und hinterfragt gleichermaßen den institutionellen Kontext filmischer Aufführungsmöglichkeiten. Durch ein geschicktes Spiel mit Fakt und Fiktion, sowie Narrativität und Form erprobt Smith die filmischen Möglichkeiten von Bedeutungsproduktion und die Bedingungen filmischer Wahrnehmung.

Am Beispiel von John Smiths filmischen Schaffen untersucht diese Dissertation die ästhetische Dimension einer solchen Verschiebung des institutionellen Aufführungskontextes filmischer Arbeiten und bezieht sie aus einer historischen Perspektive auf den aktuellen Medienwandel einer digitalen Kultur.

Jula Schürmann ist Lektorin im Bereich der künstlerischen Medienpraxis im Institut für Kunstwissenschaft und -pädagogik mit den Lehrschwerpunkten Film und Fotografie.

Klaas Dierks

Zur Geschichte der Automatenfotografie in Deutschland (seit 2010)

Der Fotoautomat verfügt über eine mehr als hundertjährige Geschichte, die u.a. in Deutschland ihren Ausgang nimmt. In meiner Arbeit untersuche ich das "Phänomen Fotoautomat" unter historischen und ästhetischen Perspektiven bei besonderer Berücksichtigung seiner Produkte, den Automatenfotos, als Objekte und in ihren unterschiedlichen Funktionen.

Klaas Dierks promoviert an der HfbK Hamburg.

Alexander Press

Struktur und Funktionsweisen des Comics aus kunstwissenschaftlicher Perspektive. Intermediale Bildstrukturen, Stilempfinden, Imagination (seit 2010)

Neben medien- und literaturwissenschaftlichen Ansätzen finden sich im Comic vor allem rezeptionsästhetische Wirkweisen, die einer kunst-/ bildwissenschaftlichen Analyse bedürfen.

Die Antwort auf die Frage, was ein Comic ist, bleibt ein multidisziplinäres Projekt. Als Beitrag zu diesem Projekt versteht sich meine Dissertation.

Abgeschlossene Projekte

Wenke Wegner

Berliner Schule. Filmarbeit zwischen Realismus und Filmerziehung (2007–2011)

Wenke Wegner war Stipendiatin der Heinrich-Böll-Stiftung.

   | Publikation

2015 wurde die Publikation von Dr. Wenke Wegner mit dem Willy Haas-Preis in der Kategorie Buch ausgezeichnet:
Wenke Wegner: Kino Sprache Tanz. Ästhetik und Vermittlung in den Filmen der Berliner Schule. Bremer Schriften zur Filmvermittlung, Band 5. Schüren Verlag. Marburg, 2015.
Auszeichnung des Preises im Rahmen des cinefest.

Bettina Henzler

Filmästhetik und Vermittlung. Zu Alain Bergalas cinephilem Ansatz: Kontexte, Theorie und Praxis (2006–2010)

Publiziert im Schüren Verlag Marburg 2013

Bettina Henzler ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin (Post-doc) an der Universität Bremen.

   | Verlagsinfo

Sebastian Schädler

Wenn Derrida Schneewittchen trifft... Filmpädagogik und [Dekonstruktion] von Geschlechterklischees (2003–2007)

Publiziert im kopaed verlag München 2008

Sebastian Schädler war von 2003 bis 2008 Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Bremen. Seit 2008 ist er Professor an der Evangelischen Hochschule Berlin.

   | Publikation
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